Transperineale Fusionsbiopsie

Transperineale Fusionsbiopsie – um was geht es dabei ?
Für wen ist sie geeignet ?

Wenn bei der Vorsorge die Prostata verhärtet ist, der PSA-Wert ansteigt oder der Ultraschall verdächtige Strukturen zeigt, muss eine Biopsie (Gewebeentnahme) erfolgen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Gewebe aus der Prostata zu gewinnen. Das Standardverfahren ist die rektale Biopsie. 6-12 Proben werden durch die Darmwand entnommen, i.d.R. ohne oder nur mit einer leichten Schmerzlinderung durch Tabletten oder Zäpfchen. Das ist für viele Patienten weiterhin ausreichend. Allerdings liegt die Treffsicherheit nur bei ca. 25-30 %. Tumore am unteren Prostatapol (Apex) und in den vorderen Bereichen der Prostata entziehen sich dieser Biopsietechnik. Die Treffsicherheit der transrektalen Biopsie kann durch ein vorheriges mp-MRT gesteigert werden, auf etwa 50 %.

​Eine weitere Steigerung der Trefferquote gelingt, wenn der Arzt die Gewebsproben durch den Damm entnimmt (transperineale Biopsie). Auch hier ist ein vorheriges mp-MRT nützlich, um suspekte Bereiche noch besser treffen zu können.

​Wir führen die transperineale Biopsie seit 2016 durch. Die Trefferquote liegt bei unseren Patienten bei 85 % ohne MRT-Fusion. Ist der Tumor im MRT oder PSMA-PET/CT sehr gut sichtbar, im Ultraschall hingegen nicht gut sichtbar, führen wir die transperineale Biopsie in Fusionstechnik durch. Bei diesen Patienten liegt unsere Trefferquote bisher bei 95%.

​Die transperineale Biopsie ist grundsätzlich etwas schmerzhafter als die normale rektale Biopsie. Wir führen sie daher immer in einer kurzen Allgemeinnarkose (ähnlich wie bei einer Darmspiegelung) durch, sodaß der Patient dabei keine Schmerzen verspürt.

​Weiterführende Informationen zu den Biopsieverfahren finden Sie auf unserer Informationsseite www.prostatakrebsinfo.de >>

Transperineale Prostatabiopsie - bessere Patientensicherheit bei mehr Genauigkeit

​Die transperineale Biopsie bezeichnet ein Biopsieverfahren, bei welchem die Biopsienadeln nicht durch den Darm, sondern durch den Damm (Perineum) des Patienten gestochen werden, also von außen durch die Haut. Da dies ohne Narkose schmerzhaft wäre, wird eine transperineale Biopsie immer in Narkose durchgeführt. Ein Template (Raster) ermöglicht eine zielgenaue Punktion zuvor festgestellter verdächtiger Areale. Die Probenzahl variiert mit der Größe der Prostata, typisch sind 12 bis 24 Stanzen.

Die Vorteile dieses Verfahrens:

  • Die vorderen und die unteren Bereiche der Prostata können problemlos erreicht werden. Die Aussagekraft der Untersuchung steigt deutlich. Die Detektionsrate steigt auf etwa 60-80 %, auch ohne vorherige MRT-Bildgebung.
  • Das Infektionsrisiko ist bei der perinealen Biopsie deutlich verringert, da die Darmschleimhaut hierbei nicht perforiert wird. Es können also auch keine Darmbakterien in die Prostata verschleppt werden. Daher ist hierbei auch keine Antibiotikaprophylaxe zwingend notwendig.
  • Die perineale Prostatabiopsie ist auch optimal, wenn Resistenzen gegen bestimmte Antibiotika festgestellt wurden.
  • Sie ist auch für Patienten zu empfehlen, die am Enddarm voroperiert oder bestrahlt worden sind.